Mitreißende Hits im Popsound

Konzert Der Sing- und Swing-Chor des Liederkranzes Ottendorf begeistert ein großes Publikum im Gaildorfer Kino Sonnenlichtspiele. Die Melodien sind meist aus Filmen und Musicals.

Von Elisabeth Klaper

 

konzert sonnenlichtspiele

 

Der Konzertabend vom Sing- und Swing-Chor des Liederkranzes Ottendorf in Kooperation mit dem Kinoverein Sonnenlichtspiele Gaildorf ist ein Publikumsmagnet, sodass der Kinosaal aus allen Nähten platzt. Unter der Regie von Chorleiter Markus Schneider laufen die 30 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne vor der Leinwand zur Bestform auf. Ebenso die begleitende Band mit Lydia Schneider am Keyboard, Pascal Faber am Bass und Stefan Roth am Schlagzeug, die stets für den richtigen rhythmischen Drive sorgt.

Motiviert und mit Herz, voller Power und Singfreude, Harmonie- und Rhythmusgefühl präsentieren die Akteure eine Hitparade aus weltbekannten Pop- und Rockhits sowie Melodien aus Filmen und Musicals. Dabei bringen sie die unterschiedlichen Emotionen und Stimmungen, Klangfarben und Rhythmen im charakteristischen Popsong- und Chorsound treffend zur Entfaltung, sodass der Funke der Begeisterung vom Start weg aufs Publikum überspringt.

Facettenreicher Text

Stimmungsvoll und klangschön gestaltet der Chor Elton Johns „Can You Feel The Love Tonight“ aus dem Musical „König der Löwen“. Ein Höhepunkt ist „Bohemian Rhapsody“, einer der größten Hits der britischen Rockband Queen. Er stellt eine große Herausforderung für die Sing- und Swing-Mitglieder dar. Denn diese zauberhafte Liebeserklärung an die Oper, raffiniert inszeniert mit den Möglichkeiten der Popkultur, ist gleichsam ein musikalischer Triathlon. Er umfasst eine emotionale Ballade, opernhaftes Geträller und feurigen Rock, hinzu kommt der sehr facettenreiche Text. Doch die Sängerinnen und Sänger meistern auch die kniffligsten Stellen mit Bravour, was zeigt, dass sie das Programm in intensiver Probenarbeit einstudierten.

Wunderschön harmonisch gestalten sie auch den Song „May It Be“ der irischen Sängerin Enya, den sie für den Film „Herr der Ringe – Die Gefährten“ kreierte und der an dessen Ende zum Abspann zu hören ist, mit märchenhafter Melodik und einem zauberhaften Solo von Sopransängerin Tessa Hausch. Ein großer Hörgenuss ist Elvis Presleys „Can’t Help Falling In Love“ von George David Weiss, Hugo Peretti und Luigi Creatore aus dem Film „Blue Hawaii“. Dieser Song wurde so populär, dass der „King of Rock ’n’ Roll“ ihn üblicherweise zum Abschluss seiner Konzerte sang.

Klangnuancenreich und mit viel Gefühl bringen die Sängerinnen und Sänger Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont geht’s weiter“ zum Ausdruck. Der Song ist eine Hommage an seine Wegbegleiterin und Privatsekretärin Gabi Blitz, die 1986 aufgrund ihres Drogenkonsums verstarb, zudem vermittelt er den Glauben an ein Leben nach dem Tod in moderner Sprache. Auch dank der filigranen Querflötenbegleitung von Ute Böhme kommt der gefühlvoll dargebotene Song „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus Peter Maffays Musical „Tabaluga“ stimmungsvoll zur Geltung.

Fast meditativ wirkt der melodisch und harmonisch eingängige Gospelsong „In Your Arms“ vom Oslo Gospel Choir in langsamer, sanfter Rhythmik. Mit ebenso viel Gefühl bringt der Sing- und Swing-Chor Leonard Cohens „Hallelujah“ zum Ausdruck. Fröhlich klatscht das Publikum mit beim Ohrwurm „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens, von Chor und Band in flott swingender Rhythmik präsentiert.

Den Abschluss bildet der heiter swingende Song „Goodnight Sweetheart“ von Calvin Carter und James Hudson, den die Akteure richtig klasse rüberbringen. Die Rhythm-and-Blues-Band „The Spaniels“ nahm ihn erstmals 1953 auf, und viele weitere Künstler folgten. Zudem war er in verschiedenen Filmen zu hören und Titelsong der gleichnamigen britischen Science-Fiction-Zeitreise-Sitcom-Fernsehserie von 1993 bis 2016. Das Konzert des Sing- und Swing-Chors kommt bestens an: Mit enthusiastischem Jubelapplaus, stehenden Ovationen und „Zugabe“-Rufen motivieren die restlos begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer die Chorsängerinnen und -sänger noch zu zwei Zugaben.